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Familienbande in der Feuerwehr

22.06.2017

In den neun Einheiten der Stadtfeuerwehr Kreuztal gibt es keine Mannschaftsliste, auf der nicht mindestens ein Name zwei- oder mehrfach auftaucht: In allen Standorten finden sich jeweils mehrere Angehörige einer Familie wieder - seien es Vater, Sohn, Tochter oder Mutter. Im Ernstfall kämpfen sie gemeinsam, nach getaner Arbeit freuen sie sich zusammen über einen Einsatzerfolg. Nadine Käppele und ihr Vater Thomas, beide Mitglieder in der Löschgruppe Osthelden, sind das beste Beispiel: "Ein gemeinsames Hobby, eine gemeinsame Leidenschaft schweißt einfach zusammen", bestätigen sie. Der Vater ergänzt: "Jedes Elternteil ist doch stolz zu sehen, dass das eigene Kind in seine Fußstapfen tritt, oder nicht?"

Vererbte Leidenschaft

Mit elterlichem Drängen hat diese Leidenschaft der Töchter und Söhne offensichtlich am allerwenigsten zu tun: "Dazu, dass sowohl meine Tochter Katharina als auch mein Sohn Max in der Buschhüttener Feuerwehr sind, habe ich direkt gar nichts beigetragen", beteuert der stellvertretende Kreuztaler Feuerwehrchef Uwe Heide, der bis vor Monaten noch Löschgruppenführer in Buschhütten war. "Ob Feuerwehr für sie etwas Interessantes ist, sollten sie schon selbst rauskriegen." Erfreut über die offenbar vererbte Liebe zum Dienst am Nächsten ist er aber durchaus: "Früher war es ja mehr oder weniger eine Bürgerpflicht, dass aus jeder Familie mindestens eine Person in der Feuerwehr war - damals allerdings nur Männer." Wie deutlich diese Zeit vorbei ist, dass Feuerwehr reine Männersache war, bezeugen Saskia und Anke Klünder aus Fellinghausen. Mutter und Tochter traten vor wenigen Jahren gleich gemeinsam in die Feuerwehr ein und folgten damit Sohn Florian. Mit 12 weiblichen Mitgliedern in der Einsatzabteilung und Jugendfeuerwehr ist Fellinghausen ein besonders "frauenreicher" Standort der Stadtfeuerwehr Kreuztal. Dort ist übrigens gleich eine ganze Familie "Feuer und Flamme": Neben Vater Oliver Thomas, stellvertretender Löschgruppenführer, auch seine Frau Sonja, Sohn Marco und Tochter Lea-Sophie - ganz abgesehen davon, dass "Tante Ina" und "Onkel Peter" in Ferndorf und Kreuztal zur Feuerwehr gehören und Opa Hans-Otto seit Jahrzehnten ein Kreuztaler "Feuerwehr-Urgestein" ist.

Der "Vater-Sohn-Trupp"

Der Ferndorfer Dennis Werthenbach weiß, dass er schon als Säugling die Feuerwehrkollegen bei der jährlichen Hydrantenüberprüfung durch Ferndorfs Straßen im Kinderwagen begleitete. "Für mich war es im Grunde überhaupt keine Frage, ob ich in die Fußstapfen meines Vaters trete", erzählt er über die Tatsache, dass er Tag für Tag an der Seite seines Vaters Dirk, selbst Löschgruppenführer, den Einsatzdienst versieht. An zwei Tagen hintereinander schickten sie Brände in Kredenbach und Ferndorf sogar als gemeinsamen Trupp in den Atemschutzeinsatz - der Begriff "Vater-Sohn-Trupp" machte daraufhin die Runde. Und als es im letzten Sommer bei einem Hilfeleistungseinsatz darum ging, einen festgefahrenen Pkw oberhalb des Zitzenbachfreibads auf einen Waldweg zu ziehen, bat Vater Dirk  auf kürzestem Dienstweg seinen Sohn Dennis, mal eben den familieneigenen Traktor zu holen. So geht Hilfe in Ferndorf.

Den Ehemann als Gruppenführer

"Du kommst ja doch nicht", unterstellten Freunde Kerstin Schreiber 1995, als sie darüber nachdachte, als erste Feuerwehrfrau in Krombach anzuheuern. Gesagt, getan: 22 Jahre später sind sie und Löschgruppenführer Thorsten Schreiber nicht nur in der Feuerwehr ein eingespieltes Team, sondern zudem verheiratet und Eltern zweier feuerwehrbegeisterter Kinder. Sohn Florian fährt bereits Einsätze mit, die 16-jährige Tochter Larissa wird wohl bald folgen. Wenn die Feuerwehr Krombach im Einsatz ist, besetzt Kerstin Schreiber hauptsächlich den Einsatzleitwagen und empfängt dort die Rückmeldungen und weitere Arbeitsanweisungen direkt von ihrem Ehemann und Einheitsführer Thorsten: "Da wir unsere Ehepartner gut kennen, funktioniert dieser Teil der Einsatzabwicklung für gewöhnlich ganz ohne Missverständnisse."

Nur die Oma wurde wach

Wenn der digitale Meldeempfänger am Hosengürtel piept, springen also auch bei der Krombacher Familie Schreiber - wie in vielen anderen Familien in Kreuztal - gleich mehrere Personen vom Tisch und eilen Richtung Gerätehaus. Dumm nur, wenn keiner an den Haustürschlüssel denkt: Eines Nachts kehrten Thorsten und Kerstin Schreiber gemeinsam von einem Einsatz zurück, bemerkten, dass sie schlüssellos ihre Wohnung verlassen hatten und bekamen trotz Klingelns ihre schlummernden Kinder nicht aus dem Schlaf zum Türöffnen. Wie gut, dass die Oma nicht auch in der Feuerwehr war: Sie wurde wach und konnte dem "Feuerwehrpärchen" dann doch Einlass in deren eigene Wohnung gewähren. bjö

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