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Tag der Feuerwehr 2017

24.06.2017

Nein, vier reale Einsätze am "Tag der Feuerwehr" gehörten sicher nicht zum geplanten Szenario des blaulichtintensiven Aktionsprogramms in Kreuztals Stadtmitte, wirbelte aber das Konzept der Brandschützer nicht wirklich durcheinander: Als Kreuztals stellvertretende Bürgermeisterin Elfrun Bernshausen zur Eröffnung des zweiten Tages der Feuerwehr drei Jahre nach der Premiere dieses Veranstaltungsformats anhob, brauste der Löschzug Kreuztal mit Getöse vom Roten Platz, um zu einem gemeldeten Pkw-Brand auf der Autobahn zwischen Krombach und Gerlingen auszurücken. Der entpuppte sich lediglich als Motorschaden, blieb aber nicht die einzige Einsatzunterbrechung eines eindrucksvollen Präsentations-Tages der Kreuztaler Stadtfeuerwehr mit ihren 281 freiwilligen aktiven Einsatzkräften. Eine technische Hilfeleistung als Unterstützung des Rettungsdienstes am frühen Morgen in der Leystraße, eine gemeldete Ölspur für den Bereitschaftsdienst am Nachmittag in Langenau und angeblich eingeschlossene Personen in einem Aufzug am frühen Abend fügten sich in den Eindruck von einer vielbeschäftigten und vielseitigen Kreuztaler Truppe, den die Besucherinnen und Besucher des Tages der Feuerwehr sowieso mit nach Hause nahmen. Der zeigte sich als eine Mischung von aktiver Leistungsschau und der Einladung, die Zivilisten zum Hineinschnuppern in das Arbeitsspektrum der Brandschützer zu animieren. Das taten die Kreuztaler vor ihrem Rathaus dann auch reichlich: Während die Kinder eine Art Parcours durchlaufen konnten, in dem sie mit feuerwehrtechnischem Gerät wie  Wärmebildkamera und natürlich Strahlrohr in Berührung kamen, waren auch die Erwachsenen eingeladen, ganz unverbindlich an Feuerwehrarmaturen Hand anzulegen: Hausfrauen schulterten probeweise Atemschutzgeräte, Familienväter griffen zum Rettungsspreizer, und natürlich gehörte für die Kinder Probesitzen am Lenkrad der Löschfahrzeuge zu den vielen begeisternden Momenten auf dem Roten Platz.

Realitätsnahe Einsatzübungen

Als aufschlussreich entpuppte sich der Aktionstag außerdem durch realitätsnahe Einsatzübungen: Die Löschgruppen Krombach und Littfeld zerlegten mit modernstem hydraulischen Gerät einen vermeintlich verunfallten Pkw, bevor Stadtfeuerwehrarzt Wolfram Krämer und das Team des DRK die gemimte Verletzte in den Rettungswagen verfrachten konnten. Die Stadtbibliothek brannte nicht wirklich, als der Löschzug Kreuztal unter Einsatzbedingungen anrückte, um mehrere Personen aus dem verrauchten Gebäude zu retten und fiktive Feuer zu löschen. Die Ferndorfer und Kredenbacher Wehrleute demonstrierten die Strapazen eines Einsatzes unter Chemieschutzanzügen, als sie einen Lkw mit angeblich leckgeschlagenem Tank bestiegen. Und die Jugendfeuerwehr durfte "echtes" Feuer löschen, als ein Holzstapel in der Fußgängerzone "urplötzlich" in Flammen aufging. 

Arbeitsteilung und Teamarbeit

Auch jenseits der feuerwehrspezifischen Demonstrationen entpuppte sich die Stadtfeuerwehr als ein subtiles Geflecht von Arbeitsteilung und Teamarbeit: Ehefrauen der Wehrleute kümmerten sich um Kaffee und Kuchen, Feuerwehrsenioren begleiteten ihren Nachwuchs auf der Entdeckungstour durch eine gelungene Blaulichtmeile. Die Puppenbühne der Stadtfeuerwehr sorgte für reichlich Applaus, die Brandschutzerzieher leisteten an den Infoständen und Demonstrationsobjekten wertvolle Aufklärungsarbeit. Alles funktionierte bestens, um für Nachwuchs und Anerkennung zu werben. Und auch, was nicht klappte, hatte Charme: Die geplante Fettexplosion wollte und wollte nicht funktionieren. Die Moderatoren Jens-Volker Hein und Florian Reh wussten ungeplante Momente perfekt aufzufangen: "Die Feuerwehr kann eben doch besser löschen als Feuer zu entzünden."   bjö

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