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Pilotprojekt "Feuerwehr der Zukunft" ging zu Ende

24.08.2017

Ende Juni ging auch für die Stadtfeuerwehr Kreuztal das landesweite Projekt "Feuerwehrensache" zu Ende, an dem die Brandschützer der Kindelsbergkommune als eine von acht Feuerwehren aus NRW im Pilotprojekt "Feuerwehr der Zukunft" seit 2014 beteiligt war. Die neun freiwilligen Einheiten der Stadtfeuerwehren "probierten" darin unter anderem personelle Neuerungen aus, nämlich bereits 16-Jährige am Einsatzdienst der aktiven Kameraden teilnehmen zu lassen, ebenso Kameraden jenseits der 60 weiter in der Reihe der Aktiven zu führen. Damit verbunden war ein aufwändiger Sporttest, an dem im Jahr 2015 über 50 Kreuztaler Einsatzkräfte unter Aufsicht von Sportstudenten teilnahmen. Er sollte in vierstufiger Bewertung erfassen, welche Fitness die Feuerwehrleute mitbringen und für welche Aufgaben sie damit im Alarmfall tauglich sind. "Diesen Test empfanden wir durchaus als aufschlussreich", resümiert Kreuztals Leiter der Feuerwehr  Berthold Braun die Strapazen zwischen Konditions- und Krafttraining. "Vor allem dem einen oder anderen Atemschutzgeräteträger hat er offenbart, dass er etwas für seine Fitness tun muss, um auch im Ernstfall die gewünschte Leistung zu erbringen. Im Gegenzug brachte er die erfreuliche Feststellung, dass ältere Kameraden für den Einsatz nach wie vor topfit sind." Der Sporttest entsprach in seiner Schwierigkeit in etwa einem Einstellungstest für Berufsfeuerwehren. Er wird aber - das ist ein Ergebnis des Pilotprojekts - nicht bindend für die Mitgliedschaft in der Feuerwehr.

Pilotinhalte wurden Gesetz

Mit etwas Verwunderung nahmen die Kreuztaler seinerzeit zur Kenntnis, dass das, was Bestandteil ihres Pilotprojektes war, bereits am 1. Januar 2016 als gesetzlich verankert im Gesetz über den Brandschutz, die Hilfeleistung und den Katastrophenschutz (BHKG) definiert wurde. Vielleicht auch deshalb, weil die Kreuztaler Projekterfahrungen damit so positiv waren: "Von der Möglichkeit, bereits 16-Jährige mit in den Einsatz zu nehmen, bin ich in der alltäglichen Praxis positiv überrascht worden - es klappte gut und problemlos, sie zu integrieren", resümiert Berthold Braun. Der aktive Feuerwehrdienst ist in NRW aktuell bis zur Vollendung des 67. Lebensjahres möglich - sieben Jahre länger als jahrzehntelang gültig.

Unterstützungsgruppe jenseits des Einsatzdienstes

Die Kreuztaler Stadtfeuerwehr profitiert auch von der neuen gesetzlichen Möglichkeit, Zivilisten ohne feuerwehrspezifische Grundausbildung als Mitglieder der "Unterstützungsgruppe" einer Feuerwehr zu führen. Bürger, die eine klar definierte Aufgabe in der Stadtfeuerwehr übernehmen, die jenseits von Einsätzen gefragt ist, werden darin tätig und genießen vollen Versicherungsschutz. Die Kinderfeuerwehr-Betreuerinnen Catrin Schragen und Jenny Moll - siehe nebenstehenden Artikel gehören ebenso dazu wie zwei Buschhüttenerinnen, die zwar im Ernstfall nicht mitlöschen, aber im dortigen Küchenteam der Stadtfeuerwehr wertvolle Unterstützung leisten. Auch Feuerwehrsenioren jenseits der 67 können somit noch ihr Wissen und Können einbringen. Berthold Braun: "So können wir Kompetenzen in unseren Reihen weiter nutzen. Ein Ehrenkamerad, der zwar nicht mehr mit in den Einsatz fährt, aber dabei hilft, unsere Fahrzeuge zu pflegen und zu warten, ist angesichts der ständig steigenden Anforderungen an unsere Einsatzkräfte goldwert." bjö

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