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Aufzugsrettung Bahnhof Kreuztal und Eggersten Ring

01.09.2017

Mit einem "Rettungsteddy" belohnten die Helfer am Freitagmorgen den einjährigen Bahnreisenden Baran Acar am Kreuztaler Bahnhof: Tapfer hatte der junge Türke mit seiner Mutter über eine halbe Stunde in der Glaskabine des Bahnhofsaufzugs an Gleis 1 auf halber Höhe zwischen Bahnsteig und Unterführung auf Hilfe gewartet. Ein Rettungswagen des DRK und der Löschzug Kreuztal waren angerückt, nachdem die Frau vergeblich versucht hatte, über den Alarmknopf im Aufzug zügige Hilfe zu organisieren. Ein vorbeikommender Schüler hatte daraufhin über Handy einen Notruf  bei der Leitstelle abgesetzt. Die Feuerwehr verschaffte sich mit Hilfe eines Spezialschlüssels Zugang zur Aufzugssteuerung, um die beiden Eingeschlossenen behutsam samt Kabine nach unten zu befördern und schließlich aus ihrer Falle zu befreien. Das Team vom Rettungsdienst musste nichts weiter auspacken als das kleine Stofftier, von dem Feuerwehr und DRK immer ein Exemplar an Bord haben, um Kinder von ihrem Schreck abzulenken oder zu trösten. Als Mutter und Kind den defekten Aufzug verließen, stand der über Handy hinzugerufene Familienvater ebenfalls trostvoll zur Stelle. Die Bahnreise Richtung Siegen konnte weitergehen - die geplante Zugverbindung hatte sich für die Aufzugsbenutzer allerdings erledigt.

Für die Kreuztaler Feuerwehr sind die beiden Glasaufzüge am nahegelegenen Bahnhof schon seit Jahren ein Dorn im Auge, muss sie doch immer wieder dorthin ausrücken, weil die eigentlich für Barrierefreiheit sorgende Anlage immer wieder bei der Benutzung durch Bahnreisende ihren Dienst versagt und dadurch eine Personenbefreiung durch die freiwilligen Einsatzkräfte nach sich zieht. Im Prinzip gehört eine derartige Aktion zu den Pflichten des Aufzugsbetreibers, der aber in vielen Fällen dankbar ist, dass dank der Feuerwehr eine zeitnahe Befreiung stattfinden kann. Obwohl es sich, wenn es den Geschädigten ansonsten gutgeht, nicht um einen wirklichen Notfall handelt, ist es für die Feuerwehr selbstverständlich, dass sie hilft, wenn sie gerufen wird. Der Kommune als Träger der Feuerwehr steht es allerdings frei, solch einen Einsatz dem Aufzugsbetreiber kostenpflichtig in Rechnung zu stellen. Übrigens ist der Kreuztaler Bahnhof nicht der einzige Standort nicht einwandfrei funktionierender Aufzüge: Erst Mitte dieser Woche musste der Löschzug Kreuztal in den Eggersten Ring ausrücken, um fünf Personen aus einer Aufzugsanlage eines hohen Mehrfamilienhauses zu befreien. bjö

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