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Kinderfeuerwehr Littfetal absolutes Erfolgsprojekt

30.12.2017

Mit mittlerweile 46 Anmeldungen hat die Gründung der ersten Kinderfeuerwehr in Kreuztals Stadtgrenzen im September 2017 alle Erwartungen übertroffen: "Fantastisch" sei das Nachwuchsangebot für feuerwehrbegeisterte Sechs- bis Zwölfjährige im Littfetal eingeschlagen, so Feuerwehrchef Berthold Braun. Die stellvertretende Einheitsführerin der Kinderfeuerwehr Jenny Moll formuliert es so: "Wir sind an unserer Schmerzgrenze angekommen." Heißt übersetzt: Sollte es in Eichen, Krombach, Littfeld und Burgholdinghausen weitere Anwärter für die Kinderfeuerwehr geben, müsste eine Warteliste erstellt werden. Um die Gruppe nicht zu groß werden zu lassen, hat das Betreuerteam aktuell einen Aufnahmestopp beschlossen.

26 Anmeldungen auf einmal 

Schon auf dem Gründungstreffen der ersten Kinderfeuerwehrgruppe in Kreuztals Stadtgrenzen übertraf der Ansturm alle Erwartungen: 26 Mädchen und Jungen bekundeten bereits im September im Eichener Gerätehaus, dauerhaft mit zum jüngsten Nachwuchs der Kreuztaler Feuerwehr zu gehören; weitere Interessenten folgten nach und nach. Sie treffen sich seitdem jeden zweiten Dienstag zu ihren Übungsstunden in Eichen, spielen und lernen entweder vor Ort oder machen sich zu Fahrten, Ausflügen und Übungen auf den Weg. Mit eigener Uniform am Strahlrohr zu stehen, gehörte schon in der ersten Übungsstunde zu den stolzen Momenten der jungen Feuerwehrmitglieder. Als der Fellinghäuser Kamerad Ingolf Graf zu einem Übungsnachmittag mit funktionierenden Feuerlöschern und "echten" Flammen seiner Übungsanlage bei der Kinderfeuerwehr vorbeischaute, war es um einen kleinen Feuerwehrmann geschehen, der selbst löschen durfte: "Das war der schönste Tag in meinem Leben", gestand er den Betreuern nachher.

Disziplin ist selbstverständlich

Dass Catrin Spolny als "Chefin" der Eichener Kinderfeuerwehr und Jenny Moll als ihre Stellvertreterin sowie Nadine Schlabach als weitere Betreuerin nicht selbst Mitglieder der Einsatzabteilung sind, ist keinesfalls von Nachteil: Sie werden von weiteren Frauen und Männern, die zu den Aktiven zählen, tatkräftig unterstützt. Spaß macht es allen nicht zuletzt deshalb, weil Disziplin auch in der Eichener Kinderfeuerwehr Pflicht ist: Rennen und Schreien sind während des Übungsdienstes ebenso tabu wie der unbeobachtete Umgang mit Feuerwehrarmaturen. "Wenn wir ab und an auf die Regeln aufmerksam machen, passt alles - immerhin haben sich die Kinder sie selbst auferlegt." Daran müssen sich dann auch die Eltern halten, wenn sie ihren Nachwuchs vom Übungsdienst abholen: "Mama, du musst unten warten", gab eine Tochter ihrer Mutter zu verstehen, dass sie Geduld haben müsse, bis der Unterricht im Schulungsraum im ersten Stock beendet sei.

Spannender Dienstplan

Erlebt haben die Mädchen und Jungen in den ersten vier Monaten schon reichlich: Sowohl mit einem Rundgang in der Fahrzeughalle als auch mit einem selbstgebastelten Memory-Spiel mit feuerwehrtechnischen Motiven lernten sie spielerisch die Beladung eines Löschfahrzeugs kennen und übten sich im Strahlrohr-Kegeln. Zum Kreieren eigener Stutenmänner hatte die Truppe gleich einen ganzen Omnibus gechartert, womit sie zu einer Großbäckerei nach Welschen-Ennest reiste. Der Dienstplan des neuen Jahres verspricht unter anderem eine Exkursion in die heimischen Wälder und die Veranstaltung eines kleinen Leistungsnachweises in Form eines Übungsparcours, um sich die Auszeichnung "Lösch-Max" zu verdienen. So heißt nämlich das Maskottchen der Kinderfeuerwehr des Littfetals, das die Betreuerin Jenny Moll selbst entworfen hat.

Die Älteren ziehen die Jüngeren mit

Die erste Kinderfeuerwehr-Einheit in Kreuztal ist übrigens geschlechtermäßig gut durchmischt. Die Altersspanne zwischen sechs und zwölf Jahren erfordert zwar ein pädagogisches Händchen, alle gleichermaßen anzusprechen. Doch die Gruppendynamik sei nicht zu unterschätzen: "Ich glaube, dass die Größeren die Kleineren einfach mitziehen", beobachtet Jenny Moll. Besonders erfreulich sei, dass viele Kinder dazugehörten, deren Eltern bislang nichts mit der Feuerwehr zu tun hatten und somit ganz von allein für die Feuerwehr Feuer gefangen hätten. "Wir spüren, wie sehr die Kinder daran interessiert sind, was die Großen machen. Sie löchern die aktiven Feuerwehrleute geradezu mit Fragen." So soll es sein, und so kann es bleiben. Jenny Moll über das erste Quartal der ersten Kreuztaler Kinderfeuerwehr: "Wir sind mehr als begeistert - sowohl die Betreuer als auch die Kinder." 

Weitere Gruppen im Aufbau

Die Kinderfeuerwehr im Littfetal soll nicht die einzige in Kreuztals Stadtgrenzen bleiben: "In den anderen Stadtteilen scharren feuerwehrbegeisterte Kinder auch schon mit den Füßen", weiß der Leiter der Kreuztaler Feuerwehr Berthold Braun. Deshalb wünscht er sich, dass "schnellstmöglich" weitere Gruppen im Ferndorftal, im Heestal sowie im Einzugsgebiet von Kreuztal und Buschhütten an den Start gehen können. Mindestens zwei Betreuer mit einer Ausbildung als Jugendgruppenleiter seien dafür erforderlich. Auch solche Betreuer, die noch nicht Mitglied in der Feuerwehr seien, könnten sich einer solchen Aufgabe widmen und würden dann in die Unterstützungsabteilung der Stadtfeuerwehr integriert. Angesichts des stetigen Arbeitszuwachses in den Reihen der aktiven Frauen und Männer möchte Berthold Braun die Mitglieder der Einsatzabteilung nicht um jeden Preis zu einer weiteren Übernahme von Verantwortung zwingen - eine Überforderung könnte die Folge sein. Von dem, was die erste Kreuztaler Kinderfeuerwehr bislang auf die Beine gestellt hat, ist er jedenfalls restlos begeistert: "Es wird da wirklich gute Arbeit gemacht, da ziehe ich den Hut vor." Sobald die nächste Kinderfeuerwehr-Gruppe bereit ist, an den Start zu gehen, wird die Feuerwehr darüber informieren. In jedem Fall beantragt hat die Kommune die finanzielle Unterstützung für die Anschaffung eines Mannschaftsfahrzeugs, das allen Kindergruppen der Stadt zur Verfügung stehen soll. Auch wenn die Sechs- bis Zwölfjährigen nicht mit in den Einsatz fahren: Die feuerwehrrote Farbe und eine Blaulichtleiste auf dem Dach wird solch ein Mannschaftswagen in jedem Fall tragen. bjö

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