Hochwasser in Littfeld und Eichen
27.08.2010
Kurzbeschreibung: Ab frühem Freitagnachmittag Einsatz des Meldekopfes Kreuztal nach ersten Hochwassermeldungen aus dem Littfetal. In den Einsatz eingebunden: Zug III (Eichen, Krombach, Littfeld), Löschgruppe Fellinghausen, LG Kredenbach (in Bereitstellung in Kreuztal), Löschzug Kreuztal (Grundschutz und Befüllen von Sandsäcken am Gerätehaus), ELW Freudenberg, MZF Geisweid und Eiserfeld, Verpflegungsteam der LG Buschhütten, insgesamt 115 Mann.
Ausführlich: „Es war einfach nur schrecklich, ein einziger Alptraum“, resümiert die vom jüngsten Hochwasser betroffene Littfelderin Bettina Wurmbach die bangen Stunden des steigenden Pegels am Freitagnachmittag, als Wasser des Woltersbaches in ihr Haus eindrang und das Grundstück überflutete. (wir berichteten kurz). 24 Stunden nach dem Hochwasser im Annaweg, wo gleich mehrere Anwohner betroffen waren, sind Verwandte am Samstag zum Helfen gekommen, um das Carport und eine angrenzende Hütte vom zurückgebliebenen Schlamm zu befreien. Im Wohnhaus selbst haben Nass-Sauger bereits am Vortag ganze Arbeit geleistet. Auf ihren Ehemann Helmut muss Bettina Wurmbach am Samstag verzichten: Statt die Hochwasserschäden auf dem eigenen Grundstück beseitigen zu können, musste er am Samstagmorgen dem überörtlichen Einsatzbefehl für das noch viel schlimmere Hochwasser in Ahaus (Kreis Borken) folgen und der Hilfe für noch heftiger Betroffene als er den Vorrang geben. Damit löste er die Kameraden des ersten Abmarsches von Feuerwehreinheiten aus dem Kreis Siegen-Wittgenstein im Münsterland mit ab, die am Freitagnachmittag aufgebrochen waren (die SZ berichtete bereits).
"Helmut, der Bach kommt"
„Helmut, der Bach kommt“, hatte Bettina Wurmbach ihrem Mann am Freitagnachmittag beim besorgten Blick aus dem Fenster per Telefon mitgeteilt, da der sich bereits in einem Hochwassereinsatz im Littfelder Spielweg befand. Er und Nachbarn hatten die Hochwasserlage im Annaweg seit 5 Uhr morgens eigenmächtig in Grenzen gehalten, indem sie immer wieder den Bacheinlauf reinigten und für einen guten Abfluss sorgten. Als dies am Freitagnachmittag ein Überlaufen dann auch nicht mehr verhindern konnte, begann im Littfetal der Großeinsatz, an dem insgesamt 115 freiwillige Helfer der Feuerwehr sowie Bedienstete der Stadtverwaltung Kreuztal und des städtischen Baubetriebshofes beteiligt waren.
Über 1000 Sandsäcke
Über 1000 Sandsäcke in möglichst kurzer Zeit an den brisanten Stellen verfügbar zu machen, lautete das Gebot der Stunde – nicht nur in Littfeld, sondern auch in Eichen. Dort, wo sich im Juni 2007 binnen weniger Minuten die Ortsmitte in eine ausgedehnte Seenplatte verwandelt hatte, weil die Littfe die von starken Regenfällen angestiegenen Wassermassen nicht mehr im Flussbett hatte halten können, kamen die Anlieger am Freitag mit einem blauen Auge davon. Das Wasser hatte bereits die Oberkante der Brücke in der Hammerstraße erreicht, während gleich daneben der nach dem letzten Hochwasser errichtete Damm die größten Sorgen bereitete. Hier und da sei bereits Wasser durchgesickert, erklärte Kreuztals stellvertretender Leiter der Feuerwehr, Heinz-Georg Lütticke. Herbeigeholte Sandsäcke sollten den Schutzwall zusätzlich stabilisieren – mit Erfolg: Die außerdem aus Folien und Säcken provisorisch errichteten Abdichtungen an den Hallentoren eines benachbarten Kfz-Unternehmens blieben diesmal reine Vorsichtsmaßnahme. „Wenn der Damm nicht gewesen wäre, hätten wir in Eichen das gleiche Hochwasser wie vor drei Jahren bekommen“, mutmaßt Lütticke, der den Großeinsatz im eingerichteten Meldekopf im Kreuztaler Gerätehaus koordinierte. Auf der anderen Seite der Littfe gab es dann doch nasse Füße: Vom Nachbargrundstück hatte sich das Wasser bis in die Lagerräume eines Fahrradhändlers vorgearbeitet, wo eine Pumpe an anderer Stelle im Gebäude bereits Schwerstarbeit leistete. Hier haben die Anwohner gelernt, die Littfe und ihr Wasser im Auge zu behalten und gelassen mit ihrer plötzlichen Bedrohung umzugehen.
Bürgermeister ist erleichtert
Erleichtert über den glimpflichen Verlauf der jüngsten Hochwasserlage zeigte sich Kreuztals Bürgermeister Walter Kiß: „Es war sehr gut, dass wir in den letzten Jahren in den Hochwasserschutz investiert haben – es hat gegriffen“, erklärte er. Dennoch gelte es, „an diesem Ereignis nochmals ein bisschen zu lernen“, sagte er im Hinblick auf jene Anwohner wie in Littfeld, denen das Hochwasser doch noch etwas anhaben konnte. Walter Kiß: „Da muss näher nach geschaut werden, ob es Möglichkeiten gibt, den Schutz weiter zu verbessern; und wenn es die gibt, machen wir das auch.“
Einige Fotos stellte uns Littfelds LG-Führer Helmut Wurmbach freundlicherweise zur Verfügung. bjö


























