Feuerwehr im Überblick

Die Stadtfeuerwehr Kreuztal im Überblick

Die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Kreuztal besteht als gemeinsame Einrichtung seit der kommunalen Neugliederung, also der Stadtwerdung Kreuztals, im Jahr 1969. Bei gegenwärtig rund 32.000 Einwohnern in der zweitgrößten Stadt des Kreises Siegen-Wittgenstein (NRW) verfügt die Stadtfeuerwehr Kreuztal über neun Einheiten mit eigenen Standorten.


Blick auf die Kernstadt Kreuztal mit ihrer über 700 Wohnheinheiten umfassenden Fritz-Erler-Siedlung.

Die etwa 50 Kameraden aus Kreuztal-Stadt (mit großem Feuerwehrgerätehaus und einem improvisierten zweiten Standort, siehe Näheres unter Löschzug Kreuztal) bilden einen eigenen Löschzug.


Die Stadtfeuerwehr Kreuztal besteht ausschließlich aus ehrenamtlichen Kräften, 250 Personen auf neun Standorte verteilt. Das Foto zeigt einen Wohnhausbrand in der Ernsdorfstraße im Sommer 2003.

Die weiteren drei Züge der Stadtfeuerwehr setzen sich aus den Einheiten Buschhütten / Fellinghausen / Osthelden (Zug 2), Eichen / Krombach / Littfeld (Zug 3) sowie Ferndorf / Kredenbach (Zug 4) zusammen. Die etwa 250 Aktiven (hinzukommen 60 Mädchen und Jungen der Jugendfeuerwehr sowie 50 Senioren der Ehrenabteilung) verrichten ihren Feuerwehrdienst mit rund 170 Einsätzen jährlich komplett ehrenamtlich. Die hohe Zuverlässigkeit, Schnelligkeit und eine ausreichende Personaldecke der Feuerwehr Kreuztal ermöglichten immer wieder, dass das Regierungspräsidium Arnsberg eine Ausnahmegenehmigung für Kreuztal erteilte, nämlich trotz der Einwohnerzahl von über 25.000 keine hauptamtlichen Feuerwehrkräfte unterhalten zu müssen. Die aktuelle Genehmigung gilt bis Ende 2010.


Die Großfahrzeuge des Löschzuges Kreuztal unterwegs.

60 Prozent Waldflächen und reichlich Industrie


Mit vier Tanklösch- und sechs Löschgruppenfahrzeugen ist die Stadtfeuerwehr auch für Waldbrandeinsätze, im Bild ein Feuer oberhalb der Fritz-Erler-Siedlung, gut gerüstet.

Innerhalb der 48 Kilometer langen Stadtgrenze von Kreuztal hat es die Feuerwehr mit einem Waldanteil von rund 60 Prozent der Gesamtfläche zu tun. Zu den 7,2 Prozent Verkehrsflächen zählen neben den Bundesstraßen B 508, B 54 und B 517 mit einer Hauptverkehrskreuzung in der Innenstadt von Kreuztal eine Schnellstraße (HTS), die eine Direktverbindung zur Kreisstadt Siegen und zur Autobahn A 4 darstellt. Mehrere Kilometer Autobahn A 4 zählen seit 2007 ebenfalls zum Einzugsgebiet der Stadtfeuerwehr Kreuztal.


Seit 2007 gehört auch ein Teilstück der Autobahn A 4 zum Wachgebiet der Stadtfeuerwehr Kreuztal, hier bei einem Pkw-Brand auf dem genannten BAB-Abschnitt.

Mehrere Industrie- und Gewerbegebiete, darunter auch die Thyssenkrupp Steel AG in Eichen mit eigener Werkfeuerwehr, bergen ebenso reichlich Gefahrenpotenzial wie die DB-Hauptverbindungsstrecke Siegen-Hagen, die durch die Stadtgrenzen von Kreuztal verläuft. Dazu zählt auch der Güterbahnhof in Kreuztal und Buschhütten, wo mit großen Mengen verschiedenster Gefahrstoffe gearbeitet wird.


Der Kreuztaler Güterbahnhof ist ein Umschlagplatz für eine Vielzahl von Gütern, darunter auch zahlreiche Gefahrgutstoffe.

Die Fritz-Erler-Siedlung in Kreuztal-Mitte stellt als Ensemble von mehreren Hochhäusern mit über 700 Wohneinheiten in bis zu zehnstöckigen Gebäuden einen weiteren Gefahrenschwerpunkt im kommunalen Brandschutz dar.


Blick auf die Fritz-Erler-Siedlung in Kreuztal-Mitte. Sie ist die größte zusammenhängende Wohnsiedlung der 32.000-Einwohner-Stadt Kreuztal.

Diesen sichert die Stadtfeuerwehr mit einem Fuhrpark von 24 Einsatzfahrzeugen, darunter eine Drehleiter, ein Rüstwagen, vier Tanklöschfahrzeuge, sechs Löschgruppenfahrzeuge, ein Hilfeleistungslöschfahrzeug, ein Gerätewagen-Gefahrgut und ein Schlauchwagen. Die Jugendfeuerwehr verfügt über ein eigenes LF 16 zum Üben aus dem Altbestand des Kreuztaler Fuhrparks.

Nicht nur, wenn`s brennt

Bei der stadtweiten Verteilung von Einsatzaufgaben neben dem regulären Brandschutz pro Wachbezirk haben sich die Einheiten Kreuztal und Krombach auf technische Hilfe spezialisiert (Drehleiter, Rüstwagen mit Ölwehr, Rettungssätze).


Die Einheiten Kreuztal und Krombach haben sich auf technische Hilfeleistung spezialisiert. Im Bild ein schwerer Verkehrsunfall in „Dreslers Park“ in der Stadtmitte, bei dem zwei junge Menschen ums Leben kamen.

Während die Eichener Wehrleute durch ihren Schlauchwagen SW 2000 Spezialisten der Wasserförderung sind, ist der Zug 4, also die Einheiten Ferndorf und Kredenbach gemeinsam, für Einsätze mit Gefährlichen Stoffen und Gütern besonders gerüstet. Ihnen steht mit Dr. Joachim Dewies ein Chemiker als Fachberater Chemie zur Seite. Die Löschgruppen Ferndorf und Kredenbach sind außerdem Teil des GSG-Zuges Siegerland-Nord, einer interkommunalen Einheit, die bei besonders brenzligen Gefahrenlagen mit Gefährlichen Stoffen und Gütern (Chemieeinsätze) angefordert wird.


Die Einheiten Ferndorf und Kredenbach sind für Einsätze mit gefährlichen Stoffen und Gütern spezialisiert; im Bild ein Säureeinsatz am Kreuztaler Güterbahnhof.

Alarmierung über Funkmeldeempfänger

Die Alarmierung der Einsatzkräfte erfolgt seit Dezember 2008 ausschließlich über digitale Funkmeldeempfänger, womit personell eine 100prozentige Erreichbarkeit der Einsatzkräfte garantiert ist. Bis Dezember 2008 verließ sich die Stadtfeuerwehr Kreuztal auf die analoge Alarmierung über Sirene und ein beschränktes Kontingent an Funkmeldeempfängern.


Sämtliche aktiven Einsatzkräfte der Stadtfeuerwehr Kreuztal sind seit Ende 2008 mit digitalen Funkmeldeempfängern ausgestattet. Die Sirenen haben für den Brandschutz ausgedient.

Die Umstellung auf digitale Alarmierung erfolgte im Rahmen einer kreisweiten Umstellung des Alarmierungssystems. Für 2010 rechnet die Stadtfeuerwehr Kreuztal mit einer kreisweiten Umstellung des bislang analogen Funkverkehrs auf die digitale und somit abhörsichere Technik.

Notruf läuft in Siegen ein

Der Notruf der Stadtfeuerwehr Kreuztal (112) läuft auf der Kreisleitstelle in der Kreisstadt Siegen auf. Von dort wird auch der Rettungsdienst kreisweit alarmiert. Wer in der Aufregung eines Notfalls die 110 statt der 112 wählt, landet bei der Polizei. Hier können Bürger zwar auch ein Feuer melden - die Weiterleitung der Infos von Polizei zu Feuerwehr kann jedoch wertvolle Sekunden kosten, die mit dem direkten Notruf 112 vermeidbar sind. In Kreuztal ist für die rettungsdienstliche und notärztliche Versorgung die DRK-Rettungswache in Kredenbach verantwortlich, bei Bedarf die Rettungsdienste aus den Nachbarkommunen sowie der Rettungshubschrauber Christoph 25, der am Jung-Stilling-Krankenhaus in Siegen stationiert ist. Die Kreispolizeibehörde Siegen-Wittgenstein unterhält in Kreuztal eine eigene Polizeiinspektion in der Innenstadt.


Auch große Industriebrände beschäftigten in den vergangenen Jahren die Stadtfeuerwehr, im Bild die brennende Lagerhalle einer Recyclingfirma in Kredenbach.

Bei Brandeinsätzen ab dem Stichwort „Feuer 4“ (zum Beispiel Zimmerbrand) kann die Stadtfeuerwehr Kreuztal mit zusätzlicher Unterstützung durch ehrenamtliche Helfer des DRK Kreuztal rechnen: Dessen „Einsatzdienst“, stationiert im Gerätehaus Eichen, fährt mit einem eigenen Fahrzeug und geschultem Personal direkt zur Brandstelle.


Die gute Zusammenarbeit zwischen Deutschem Roten Kreuz und Feuerwehr ist in Kreuztal eine Selbstverständlichkeit; im Bild eine gemimte Menschenrettung mit DRK-Bereitschaftsarzt Mir Hodjat Fatemi.

Wer den Einsatz zahlt

Die Stadt Kreuztal ist Träger des Brandschutzes in Kreuztal und damit für die Einrichtung und den Betrieb einer Feuerwehr verantwortlich. Als Dienst am Bürger rückt die Feuerwehr in einem Notfall aus, ohne dafür im nachhinein Geld zu verlangen. Ob die im Baum festhängende Katze, der Alleebaum, der auf das Haus zu stürzen droht, oder der brennende Kamin in der Heizperiode: Die Kosten für den Einsatz trägt in der Regel die Stadt.


Feuerwehreinsätze kosten in der Regel weder den Meldenden noch den Geschädigten Gebühren. Ein böswillig eingeschlagener Feuermelder hingegen kann den dabei Erwischten teuer zu stehen kommen.

Dennoch gibt es Ausnahmen, die es der Stadt je nach Ermessen erlauben, einen Feuerwehreinsatz kostenpflichtig zu machen. Dies könnte bei böswilligen Alarmierungen der Fall sein oder bei grob fahrlässigen Verstößen, die einen Feuerwehreinsatz nach sich ziehen.

Wer wann zu Hilfe eilt

Die Alarm- und Ausrücke-Ordnung der Kreuztaler Stadtfeuerwehr berücksichtigt zwei wesentliche Faktoren in der ehrenamtlichen Feuerwehrarbeit: zum einen bei kleinen Einsätzen nicht übermäßig viele Helfer in Marsch zu schicken (selektive Alarmierung über eine differenzierte Vergabe von Melderschleifen und Wochenschichten), zum anderen bei gravierenden Anlässen unverzüglich ausreichend große Mannschaften parat zu haben.


Auch an Kreuztal gingen Sturm- und Hochwasserereignisse der letzten Jahre nicht spurlos vorbei; im Bild ein überschwemmtes Firmengelände im Stadtteil Eichen.

Letzteres garantiert das im Kreis Siegen-Wittgenstein kreisweit funktionierende Prinzip des „Routings“. Ab Alarmstichworten wie beispielsweise „Zimmerbrand“ oder „eingeklemmte Person“ schlägt der Leitstellenrechner in Siegen die Alarmierung jener Einheiten vor, die - je nach deren Hinterlegung von Erreichbarkeiten und Personalstärken - in kürzester Zeit in ausreichender Zahl am Einsatzort sein können. Entscheidend ist dabei, dass diese Alarmierung nicht mehr auf die bestehenden kommunalen Stadt- und Gemeindegrenzen Rücksicht nimmt, sondern eine Präsenz von Kräften gegebenenfalls aus mehreren Kommunen gleichzeitig garantiert.


Bei besonders brenzligen Einsätzen wie zum Beispiel Wohnungsbränden ist die überörtliche Unterstützung durch Nachbarfeuerwehren mittlerweile fester Bestandteil der Alarm- und Ausrückeordnung; im Bild ein Wohnungsbrand in der Heesstraße in Fellinghausen.

So kann es sein, dass bei einem Zimmerbrand in Kredenbach zunächst nicht die Drehleiter des Löschzuges Kreuztal, sondern die geografisch näher stationierte Drehleiter aus dem Nachbarort Hilchenbach-Dahlbruch anrückt - eben so, wie der Leitstellenrechner die Entfernungen inklusive der Befahrbarkeit der Straßen in Sekundenschnelle abliest. Ebenso unterstützen beispielsweise die Wehrleute aus Buschhütten die kommunalen Nachbarn aus Siegen-Geisweid bei dortigen größeren Schadenslagen wie Wohnungsbränden.

Die Wehrführung

Die Führung der Stadtfeuerwehr Kreuztal besteht aus den beiden Stadtbrandinspektoren Berthold Braun (Leiter der Feuerwehr) und dessen Stellvertreter Heinz-Georg Lütticke.


Wehrführer Berthold Braun (rechts) und sein Stellvertreter Heinz-Georg Lütticke.

Wenngleich beide Führungskräfte im Regelfall ständig verfügbar sind, wechseln sie sich im Einsatzdienst ab, der mit der wöchentlichen Übernahme des Kommandowagens (Geländewagen) einhergeht. Dr. Eberhard Schmitt nimmt als Stadtfeuerwehrarzt seit über 20 Jahren eine übergeordnete Funktion in der Kreuztaler Feuerwehr ein: Er wird bei größeren und längeren Einsatzen zum Schadensort beordert, vor allem um sich dort um die medizinische Versorgung und Gesundheit der Einsatzkräfte zu kümmern. Gesundheit bedeutet aber auch psychische Stabilität: Für die Nachbearbeitung von belastenden Einsätzen steht der Feuerwehr Kreuztal mit Pastor Peter Renschler (Ferndorf) ein ausgewiesener Fachberater Notfallseelsorge zur Verfügung.


Pastor Peter Renschler ist Fachberater Notfallseelsorge in der Stadtfeuerwehr Kreuztal.

Überdies kann die Stadtfeuerwehr bei Bedarf das kreisweit verfügbare Team für psychosoziale Unterstützung, das PSU-Team der Feuerwehr Siegen, anfordern. Ebenfalls kreisweit und damit auch für Kreuztal verfügbar ist der in Eisern stationierte Einsatzleitwagen ELW 2, der bei größeren Schadenslagen eine solide Infrastruktur für das Abwickeln von Großeinsätzen inklusive weiterer Führungskräfte (zum Beispiel Wehrführer der Nachbarkommunen bzw. Kreisbrandmeister) zur Verfügung stellt.


Im Sommer 2003 brannte der Kreuztaler Bahnhof unweit des Gerätehauses. Mittlerweile hat er sich zu einem Kulturbahnhof mit neuer Infrastruktur gemausert.

Vorbeugen ist besser

In den letzten zehn Jahren hat sich die Brandschutzerziehung- und -aufklärung in Kreuztal erfreulich etabliert. Sie verantwortet ebenfalls die Stadtfeuerwehr Kreuztal. Unter der Gesamtkoordination von Kerstin Schreiber (Krombach) finden sich in allen Kreuztaler Feuerwehreinheiten verantwortliche Mitarbeiter für derlei Aufgaben vor allem in Kindergärten und Schulen.


Brandschutzerziehung - hier eine Alarmübung der Fellinghäuser Feuerwehr im benachbarten Kindergarten - gehört mittlerweile zum festen Aufgabengebiet der Stadtfeuerwehr Kreuztal.

Wachsender Beliebtheit erfreuen sich überdies die Auftritte der Puppenbühne der Stadtfeuerwehr Kreuztal. Mit einer selbstgebauten Bühne, Handpuppen und speziell geschulten Helfern geht diese Bühne nicht nur in Kreuztal auf „Tournee“, um die Jüngsten in der Bevölkerung spielerisch mit den Gefahren von Feuer und den Möglichkeiten, zu helfen, in Kontakt zu bringen.


Die Stadtfeuerwehr Kreuztal verfügt über eine eigene Puppenbühne, die nicht nur im Siegerland auf „Tournee“ geht, um Kindern das richtige Verhalten bei Bränden spielerisch zu vermitteln.

Mitglieder immer willkommen

Verstärkung ist in der Stadtfeuerwehr Kreuztal immer und in allen Standorten willkommen. Mittlerweile sind knapp fünf Prozent der Einsatzabteilung Frauen. Wer im aktiven Einsatzdienst mitmachen möchte, muss zwischen 18 und 60 Jahren alt sein und bei definitiver Mitgliedschaft eine Grundausbildung absolvieren, die ihn auf die Einsatzsituationen vorbereitet. Jugendliche können sich im Alter von zehn bis 17 Jahren auf den aktiven Feuerwehrdienst in der Jugendfeuerwehr vorbereiten. Wer Interesse hat, kann sich an alle auf dieser Homepage genannten Kontakte wenden. Vielleicht entflammt die Begeisterung für den Feuerwehrdienst auch beim Vorbeischauen bei einer abendlichen Übung - wer Lust am Helfen hat, ist bei uns richtig!


Männer und Frauen sind in der Kreuztaler Stadtfeuerwehr gleichermaßen willkommen, im Bild Yvonne Gommers als Atemschutzgeräteträgerin im Löschzug Kreuztal.