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Jahresdienstbesprechung der Stadtfeuerwehr

16.02.2018

Mit 247 Hilfeersuchen im Jahr 2017 musste die Kreuztaler Stadtfeuerwehr "eine noch nie dagewesene Anzahl von Alarmierungen" innerhalb eines Jahres abarbeiten. Das vermeldete Kreuztals Feuerwehrchef Berthold Braun auf der Jahresdienstbesprechung der nach wie vor durchweg ehrenamtlich organisierten Kreuztaler Wehr und fand in Sachen Arbeitsbelastung deutliche Worte: "Durch immer mehr auferlegte Vorschriften durch den Gesetzgeber, die Hersteller und Unfallkassen stoßen wir im Ehrenamt an die Belastungsgrenze. Hier muss man sich die Frage stellen: Wieviel ist den ehrenamtlich tätigen Personen in der Feuerwehr noch zuzumuten?" Der Appell an die Stadt Kreuztal als Trägerin des kommunalen Brandschutzes war dabei nicht zu überhören: "Vielleicht würde ein hauptamtlicher Gerätewart in naher Zukunft eine Entlastung für das Ehrenamt bringen", schlug der Leiter der Kreuztaler Feuerwehr vor.

Schutzziel nicht ganz erreicht

Bei allem Lob und Dank von Berthold Braun für die hervorragende Arbeit aller, die in der Feuerwehr zur Verfügung stehen, ließ der Leiter der Feuerwehr keinen Zweifel daran, dass sich die Kreuztaler Feuerwehr auf ihrem Status quo keineswegs ausruhen dürfe. Immerhin habe die Kreuztaler Feuerwehr, so konstatierte er ungeschönt die Statistik des letzten Jahres, ihr "Schutzziel I" nicht komplett erreicht. Das liegt bei der im Brandschutzbedarfsplan definierten Zielsetzung, bei einem zeitkritischen Einsatz wie einem Wohnungsbrand in 80 Prozent der Fälle acht Minuten nach der Alarmierung mit neun Einsatzkräften vor Ort zu sein. Erreicht wurde ein Wert von 71 Prozent. Um derlei Vorgaben des Brandschutzbedarfsplans gerecht zu werden, sei eine "starke Verbesserung" erforderlich. Die sei durch schnellere Ausrückezeiten erreichbar, aber auch durch eine Anpassung der Alarm- und Ausrückeordnung. Ein wesentliches Augenmerk müsste die Stadtfeuerwehr auch auf ihre Ausstattung mit Atemschutzgeräteträgern richten. Neben den 79 derzeit atemschutztauglichen Kameradinnen und Kameraden sollten alle dafür ausgebildeten Einsatzkräfte ihre Tauglichkeit durch Übungen und Untersuchungen wiedererlangen, appellierte Braun an die Mannschaft und verwies auf die auch durch die Kommune angebotenen Möglichkeiten, sich körperlich fit zu halten: mit kostenlosem Freibadbesuch in Buschhütten sowie mit dem Feuerwehrdienstsport jeden Mittwochabend in der Realschulturnhalle.

Absoluter Einsatzrekord

Der Einsatzrekord von 247 Alarmierungen aller neun Kreuztaler Feuerwehreinheiten gliedert sich in 55 Kleinbrände, sechs Mittel- und zwei Großbrände, 115 technische Hilfeleistungen, sechs Fehlalarmierungen, 53 Auslösungen von Brandmeldeanlagen bzw. Rauchmeldern in Wohngebäuden, drei böswillige Alarmierungen und sechs sonstige Einsätze wie Sonderlagen oder Amtshilfe. Zum Stichtag Jahresende 2017 zählte die Einsatzabteilung der Stadtfeuerwehr Kreuztal 232 Männer und 26 Frauen. Die Unterstützungsabteilung, in der zurzeit fünf weibliche und zwei männliche Mitglieder registriert sind, übernimmt Aufgaben jenseits der eigentlichen Einsätze. Leider sei "ein nicht unerheblicher Rückgang bei der Einsatz- und Unterstützungsabteilung zu vermelden", so der Leiter der Feuerwehr: "Wir müssen dringend ein gemeinsames Konzept mit der Verwaltung entwickeln, um mit gewissen Anreizen neue Mitglieder für das Ehrenamt zu gewinnen." Erfreulich konstant geblieben ist der Zulauf bei der Jugendfeuerwehr mit 19 Mädchen und 61 Jungen. Zukunftsweisend auch die stadtweit erste Kinderfeuerwehr im Littfetal, die mit zurzeit 46 Sechs- bis Zwölfjährigen gar ihre Kapazitätsgrenze erreicht hat und, so Berthold Braun, zur Gründung weiterer Kinderfeuerwehren in den anderen Stadtgebieten motivieren möge.

Führungswechsel in Kredenbach

Die Jahresdienstbesprechung am Freitagabend im Kreuztaler Gerätehaus nutzte die Stadtfeuerwehr zugleich zum Besiegeln personeller Veränderungen: Berthold Braun ernannte Brandinspektor Jan-Mirco Kleine zum neuen Einheitsführer der Löschgruppe Kredenbach, der damit die Nachfolge von Brandinspektor Friedrich-Wilhelm Preis angetreten hat. Die Oberfeuerwehrfrau Ann Christin Meier ernannte er zur stellvertretenden Stadtjugendfeuerwehrwartin als Nachfolgerin von Oberbrandmeister Florian Reh. Brandinspektor Michael Dreute wurde für weitere sechs Jahre zum stellvertretenden Einheitsführer für den Löschzug Kreuztal bestellt. Nachdem Berthold Braun den Buschhüttener Daniel Kassel zum Brandmeister befördert hatte, übertrug er ihm das Amt des stellvertretenden Einheitsführers in Buschhütten. Den Buschhüttener Gunther Homrighausen, Leiter des Bereiches Atemschutzes in der Stadtfeuerwehr, beförderte er zum Hauptbrandmeister. Die Fotos von der Jahresdienstbesprechung stellte Daniel Schlabach zur Verfügung. bjö

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