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Zwei Unwetterfronten sorgten für Arbeit

09.06.2018

Die mächtigen Gewittergüsse, die am Samstagnachmittag und in der Nacht zu Sonntag über das Siegerland niedergingen, bescherten der Stadtfeuerwehr Kreuztal rund 20 verschiedene Einsatzstellen, die die Einheiten abarbeiten mussten. Besonders hart traf es dabei zu nächtlicher Stunde eine Bewohnerin in der Fritz-Erler-Siedlung, deren Wohnung im ersten Untergeschoss des hohen Hauses Eggersten Ring 30 komplett unter Wasser stand. Die Wassermassen hatten sich dort von außen durch ein Oberlicht in die Wohnung in sämtliche Räume gebahnt; auch Nachbarwohneinheiten, das Treppenhaus sowie die Wasch- und Kellerräume waren betroffen. Vor dem Haupteingang des Mehrfamilienhauses hatte sich ein kleiner See gebildet, deren Wassermassen sich den Weg in tiefere Gefilde bahnten – eben zum Leidwesen der Untergeschossbewohner. Mit einer Kerze auf dem Wohnzimmertisch hielt die betroffene Kreuztalerin in ihren durchnässten Räumen die Minimalbeleuchtung aufrecht, nachdem die Feuerwehr ihre Wohnung stromlos geschaltet hatte. Eine Tauchpumpe leistete dann ganze Arbeit innen, während die Einsatzkräfte aus Kreuztal und Fellinghausen außerhalb des Gebäudes versuchten, weiteres Eindringen von Wasser zu verhindern. Die Eichener Kollegen brachten eine Charge Sandsäcke vorbei, die vor Ort verbaut wurde. Die Empörung vieler über die mitternächtlichen Fluten in den unteren Etagen des Hauses war immer wieder zu hören, ebenso deutliche Kritik über die schlechte Erreichbarkeit von Verantwortlichen im Schadensfall.

Unwetter verkürzte Waldbrandübung

Die Stadtfeuerwehr Kreuztal hielt am Samstagnachmittag oberhalb von Irlenhecken ihre jährliche Waldbrandübung ab, als sich über ihr das erste mächtige Gewitter des Tages zusammenbraute und dazu führte, dass das vorzeitige Übungsende mit einer Reihe von witterungsbedingten Einsätzen einherging. Den Anfang machte eine Brandmeldeanlage in einem Eichener Industriebetrieb, wo in einen Melder eingedrungenes Wasser zum Alarm führte. In Burgholdinghausen lag ein Baum quer auf der Bundesstraße; Notrufe kamen nachmittags wie nachts aus Privathaushalten über vollgelaufene Keller in verschiedenen Stadtteilen. In Kredenbach drang das Wasser in einen Supermarkt samt angrenzendem Stromhäuschen ein, nasse Füße gab es zudem in der Tiefgarage des Kreuztaler Einkaufszentrums in der Innenstadt. Auf der Marburger Straße zwischen Ferndorf und Kredenbach hatten die Fluten größere Mengen Schlamm von den benachbarten Feldern auf die Fahrbahn gespült. In vielen Fällen half auch einfach der Faktor Zeit, dass sich ein Hilfeersuchen erledigt hatte: Die riesigen Niederschlagsmengen in kürzester Zeit hatten die Kanalsysteme schlichtweg überfordert.

Unglück auch für die Helfenden

Die Feuerwehr selbst blieb vom Unwetter übrigens auch nicht verschont: Mitten im Starkregeneinsatz erlebte die Kredenbacher Feuerwehr den Stromausfall im Aufbau des eigenen Löschgruppenfahrzeugs. Doch die offenbar in die Verkabelung eingedrungene Feuchtigkeit brachte ein Kamerad vom Fach noch in der gleichen Nacht im Gerätehaus in den Griff und stellte so die Einsatzbereitschaft wieder her. Um 1.30 Uhr in der Nacht zum Sonntag löste Kreuztals Feuerwehrchef den an diesem Wochenende bereits zum zweiten Mal installierten Meldekopf im Kreuztaler Gerätehaus auf und schickte die bis dato in Bereitschaft befindlichen Mannschaften, die bereits im Einsatz gewesen waren, zurück ins Bett. Die Fotos von den Einsätzen in Ferndorf und Kredenbach stellten Rainer Wurmbach, Michael Heinze-Hagenkötter zur Verfügung. Sonstige Fotos: Björn Hadem bjö

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