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Kinderfeuerwehr Heestal geht an den Start

30.08.2018

„Ich habe vor gar nichts Angst – außer vor Spinnen.“ Nicht die schlechtesten Voraussetzungen, um Mitglied in der Feuerwehr zu werden – in der Kinderfeuerwehr in diesem Fall. Denn Adelisa ist neun Jahre alt. Davon, dass sie wegen eines Hüftleidens im Rollstuhl sitzt, lässt sie sich nicht beirren, bei den Kleinsten der Kreuztaler Stadtfeuerwehr ganz vorn das Strahlrohr zu halten. Adelisa Fazlic ist eine von 20 Kindern, die sich beim Gründungstreffen der Kinderfeuerwehr des Heestals sofort registrieren ließ. Sie ist damit eine von fünf Mädchen, die der jüngsten Gruppe der Kreuztaler Stadtfeuerwehr Kreuztal fortan angehören. Die Rest sind Jungs, die am Feuerwehrgerätehaus mit ihren Eltern zur Geburtsstunde der Kinderfeuerwehr Heestal eintrudelten, um ja nicht zu spät zu kommen: Bis zu 25 Kinder kann die zweite Kinderfeuerwehr-Einheit in der Kommune aufnehmen. Wie schnell alle Plätze belegt sind, hat die ein Jahr ältere Kinderfeuerwehr des Littfetals bewiesen, die mit über 40 Mitgliedern bereits nach kurzer Zeit an ihre Kapazitätsgrenze angekommen ist.

20 Anmeldungen am ersten Tag

Drei Ostheldener und 17 Fellinghäuser Kinder ließen von den Betreuerinnen und Betreuern Maß nehmen, schlüpften kurz in Latzhose und Überjacke in der provisorisch eingerichteten Umkleidekabine in der Fahrzeughalle, um die Bestellung für ihre persönliche Schutzausrüstung klarzumachen: Wenn`s gut läuft, können sie sich schon Donnerstag in einer Woche auf den ersten regulären Spiel- und Übungsabend in eigenem Feuerwehr-Outfit freuen. „Ein großes Event“ nannte Kreuztals Feuerwehrchef Berthold Braun das Gründungstreffen am Fellinghäuser Feuerwehrgerätehaus, das fortan auch das Domizil der Kinderfeuewehr Heestal sein wird. Die veränderte Gesetzeslage habe es möglich gemacht, dass die Nachwuchsförderung der Feuerwehr nun auch bei den jüngsten Feuerwehrbegeisterten beginnen kann, nämlich bereits bei den Sechsjährigen. Somit könnten sich die Brandschützer bemühen, „von dem Kuchen etwas abzubekommen“, nämlich schon im Grundschulalter Interesse für die eigene Leidenschaft zu wecken – so, wie es Sportvereine schon seit langem praktizierten. In seiner Begrüßung der Neuankömmlinge in der Feuerwehr warb er zudem für eine Mitgliedschaft von Erwachsenen in der Feuerwehr jenseits des Einsatzgeschehens: „Es wäre schön, wenn viele in die Feuerwehr kämen und uns in der Unterstützungsabteilung helfen könnten.“ Weitere Betreuer der Kinderfeuerwehr beispielsweise müssten nicht zwangsläufig eine feuerwehrtechnische Ausbildung durchlaufen, um sich ehrenamtlich sinnvoll engagieren zu können.

"Gute und engagierte Arbeit"

Eine „gute und engagierte Arbeit“ bescheinigte Kreuztals Bürgermeister Walter Kiß den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer rund um die bald vier Kinderfeuerwehr-Einheiten in Kreuztals Stadtgrenzen. Das pädagogisch wertvolle Freizeitangebot biete die Möglichkeit, Teamwork zu erlernen. Mit einem Spielepräsent gratulierte er als oberster Dienstherr der Kreuztaler Feuerwehr der Heestaler Kinderfeuerwehr. Helga Julius und Bernd Meichelböck vom Bürgerverein Fellinghausen bereiteten der Heestaler Nachwuchseinheit ein besonders wertvolles Geschenk: einen symbolischen Scheck über 1.500 Euro.

Aufregender als der erste Schultag

Auch Amelie Fischbeck gehört zu den Gründungsmitgliedern der Kinderfeuerwehr Heestal. Für sie ein besonders spektakulärer Tag, wurde sie doch vormittags eingeschult, bevor sie nachmittags die Weihen eines Kinderfeuerwehr-Mädchens erhielt. Letzteres fand sie nach eigenem Bekunden übrigens „aufregender als den ersten Schultag“. Alle Interessierten konnten zur Premiere der neuen Nachwuchseinheit in die Feuerwehrfahrzeuge der Großen steigen und sich dem Gefühl hingeben, nun selbst irgendwie dazuzugehören. Alternativ stand die kleine Löschwand samt Strahlrohr bereit, um einen Vorgeschmack auf das zu geben, was für die meisten Kinder offenbar das Schönste an der Feuerwehr ist: „selbst Brände zu löschen“, so Amelie Fischbeck.

Mannschaftstransportwagen für die Kinderfeuerwehr

In der Kinderfeuerwehr Heestal sind fortan Saskia Klünder und Nadine Käppele die Chefinnen im insgesamt neunköpfigen Betreuerteam, die die Mädchen und Jungen jeden zweiten Donnerstag ab 17 Uhr mit Spiel und Spaß rund um die Feuerwehr überraschen. Deren „Nachbarn“ aus der Kreuztaler Innenstadt schauten übrigens den Heestalern bei der Gründungsveranstaltung über die Schultern, denn sie luden für den darauffolgenden Dienstag zum ersten Termin der Kinderfeuerwehr Kreuztal-Mitte ein. Hier sind zunächst 30 Plätze für all diejenigen Jungen und Mädchen im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren zu vergeben, die im Einzugsgebiet der Kreuztaler Kernstadt leben. Vor dem Ansturm der Kinder haben die Feuerwehrleute im Ferndorftal bereits mit einem Vorabtermin mit den Eltern Nägeln mit Köpfen gemacht und 25 Anmeldungen für die Kinderfeuerwehr Ferndorftal entgegengenommen, die am Freitag, 14. September, vollbesetzt um 16.30 Uhr an den Start geht. Für die Mobilität von bald über 100 Kreuztaler Feuerwehr-Kindern hat die Stadt Kreuztal übrigens gesorgt: In Kürze wird ein nagelneuer Mannschaftstransportwagen in Dienst gestellt, dessen Aufschrift „Kinderfeuerwehr Kreuztal“ samt buntem Logo schon von weitem erkennbar ist. bjö


 

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