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Herbstübung Stadtfeuerwehr Kreuztal 2018

29.09.2018

Übung hin oder her, vor allem eines war am Samstagvormittag bei der Krombacher Brauerei echt: die großen Mengen Schweiß, die die Einsatzkräfte von Feuerwehr und Deutschem Roten Kreuz binnen dreier ereignisreicher „Unglücksstunden“ produzierten. Was sich sich die Wehrführung der Stadtfeuerwehr für 135 bereitstehende Beteiligte ausgedacht hatte, ließ kaum Wünsche an eine stressige Großübung offen. Was sicher nicht der Realität eines wirklichen Einsatzes entsprach, war die zuvorkommende Offenheit, mit der die Führungskräfte der Feuerwehr den Schaulustigen die einzelnen tragischen Szenarien und deren Abarbeitung erläuterten. Die „Gaffer“ inklusive Bürgermeister und Feuerwehrausschuss waren diesmal erwünscht und reichlich erschienen, durften sogar jenseits des neu beschafften Sichtschutzes den Helfern über die Schulter schauen.

 

Es begann mit einer Brandmeldeanlage

 

Begonnen hatte alles mit der Auslösung der betriebseigenen Brandmeldeanlage der Krombacher Brauerei, die mit 14.500 Sprinklerköpfen, über 600 Meldergruppen und 21 Gaslöschanlagen die im Laufe eines Jahres der Löschgruppe Krombach durchaus den einen oder anderen Alarm beschert. Ein Schwelbrand im Bereich des Gärblocks II, verwinkelt und schwer zugänglich für Trupps unter Atemschutz, dazu in völliger Dunkelheit und durch Bühnennebel verraucht, machte den Atemschutzgeräteträgern schwer zu schaffen: Mehrere Mitarbeiter galten als vermisst, mussten über das Treppenhaus und die Drehleiter gerettet werden. Doch nicht genug des Elends: Im Reinigungsmittellager war es zu einer Leckage gekommen – Gefahrstoff trat aus, die Experten des Gefahrgutzuges Ferndorf/Kredenbach mit weiterer Unterstützung aus der Stadtfeuerwehr waren gefragt. Auch hier musste das DRK vermeintlich verletzte Mitarbeiter übernehmen und behandeln. Und um das Leistungsspektrum der durch und durch freiwillig organisierten Stadtfeuerwehr vollends auszuschöpfen, war in der Brauereistraße ein PKW in einer Böschung auf dem Dach gelandet – hier mussten die Buschhüttener Kameraden ran, während einige 100 Meter weiter die Pumpen an einem Löschteich für eine sichere Wasserversorgung brummten.

 

Zufriedenstellendes Fazit

 

„Wenn es echt gewesen wäre, hätten die alle lebend hier herausgekriegt“, lautete der persönliche Eindruck von Brauereimitarbeiter Mike Caracappa, der als betrieblicher Sicherheitsmanager die Gelegenheit nutzte, mit Versicherern die Großübung zu verfolgen; „für uns ist es gut gelaufen“, bilanzierte er den Ablauf. „Die Wichtigkeit der Organisation und Führung“ solch einer Lage wurde Thomas Langenbach, dem Brandschutzbeauftragten und Sicherheitsingenieur der Brauerei, beim Zuschauen bewusst. Große Überraschungen auf Führungsebene brachte die Großübung sicher nicht: Feuerwehr und Brauerei-Management stehen seit Jahren in gutem und engen Kontakt. Die Geschichte hat gelehrt, dass sich gute Absprachen lohnen: Als im Februar 1992 der Lagerkeller 27 auf besagtem Gelände in Vollbrand stand, mussten 300 Einsatzkräfte unter Leitung des damaligen Feuerwehrchefs Horst Reh bei extremen Minustemperaturen gegen die Flammen ankämpfen.

Diesmal endete die starke Präsenz der Feuerwehr auf dem Brauereigelände mit strahlenden Gesichtern, zumal die Firma nach Ablauf der Übung nicht nur zum Mittagessen einlud, sondern sich überdies mit Gutscheinen für Brauereiführungen und einem Scheck über 2.500 Euro zur freien Verfügung bei der Stadtfeuerwehr bedankte.

 

Ehrungen, Beförderungen, Ernennungen 

 

Den Kameradschaftsabend in der Kreuztaler Stadthalle nutzte die Feuerwehr, um verdiente Einsatzkräfte zu ehren und zu befördern: Feuerwehrchef Berthold Braun bestellte bei dieser Gelegenheit Berthold Herling zum Einheitsführer für den Zug II (Fellinghausen/Osthelden), Sven Julius zu dessen Stellvertreter. Letzteren, bislang auch Einheitsführer der Löschgruppe Fellinghausen, beförderte er obendrein zum Brandinspektor. Den Stadtjugendfeuerwehrwart Florian Klünder beförderte er zum Brandmeister, während der Littfelder Einheitsführer Thomas Busch das Feuerwehrehrenzeichen in Silber für 25-jährige Mitgliedschaft in der Feuerwehr entgegennahm.  bjö


 

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