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Sonderlage Ferndorf: Bypass für Wasserversorgung

05.10.2018

Eine 1,6 Kilometer lange Leitung mit F-Druckschläuchen legten am Freitagnachmittag 60 Frauen und Männer der Feuerwehreinheiten aus Ferndorf, Kredenbach, Müsen, Netphen, Büschergrund und Alchen in Ferndorf (Sonderlage). Kurz zuvor war die Kreiseinsatzleitung zusammengetreten, die Matthias Lau entsandte, um die Einsatzkräfte in Ferndorf zu koordinieren. Hintergrund der Aktion war das Legen eines "Bypass" der Hauptversorgungsleitung des Wasserverbands vor dem Hintergrund des seit Dienstag bestehenden Wassernotstands im Littfetal (siehe auch weitere vorangegangene Einträge). Eingesetzt wurde dabei das Hightrans Fire System, eine Einsatzkomponente des Katastrophenschutzes, die in Olpe stationiert ist. Die Einsatzkräfte verlegten die Leitung von einem Hydranten am Radweg zwischen Aherhammer und Ferndorf, dann entlang des Ferndorfufers bis zur Zitzenbachbrücke an der Marburger Straße, die die Leitung nun unterquert. Sie setzt sich bis zu einer Einlaufstelle oberhalb des Scheidts in der Nähe der Zitzenbachsiedlung fort. Die Wehrleute gingen mit Motorsägen und Handkraft vor, um eine Schneise für die Leitung zu schlagen. Besonderes Augenmerk galt einem möglichst sauberen Ankuppeln der jeweils 50 Meter langen Schläuche, um so hygienisch wie möglich für einen späteren Transport von Trinkwasser zu arbeiten. Noch vor Einbruch der Dunkelheit war die Leitung verlegt. Eine zweite Leitung dieser Art soll am Samstag verlegt werden. Weitergehende Infos zu diesem Einsatzgeschehen bzw. der allgemeinen Lage zum Wasserrohrbruch nachfolgend in Form der Pressemitteilung, die am Freitagabend vom Kreis Siegen-Wittgenstein herausgegeben wurde. bjö 

60 Aktive der freiwilligen Feuerwehren aus Kreuztal, Hilchenbach, Freudenberg und Netphen haben ab dem frühen Abend rund 1,6 Kilometer Schlauchleitungen verlegt. Damit wurde ein Bypass geschaffen, der die schadhafte Stelle in der Hauptwasserleitung des Wasserverbandes Siegen-Wittgenstein auf dem Gelände der Kläranlage Ferndorftal überbrückt. So besteht nun ein alternativer Weg, um die Hochbehälter „Rode Null“ und „Kindelsberg“ wieder kontinuierlich mit Wasser versorgen zu können, auch wenn die Reparaturarbeiten an der Hauptwasserleitung wider Erwarten nicht erfolgreich sein sollten.

Die Schlauchleitungen wurden vom Kreis über die Bezirksregierung Arnsberg angefordert. Es handelt sich um ein so genanntes Hytrans Fire System (HFS), das vom Land im Rahmen des Katastrophenschutzes vorgehalten wird. Der 40-Tonner-LKW ist im Kreis Olpe stationiert und hat u.a. zwei Kilometer Schlauchleitungen an Bord.

Zweite Schlauchleitung geplant

Sollte sich der jetzt installierte Bypass über Nacht bewähren, ist geplant, am Samstag parallel zur ersten eine zweite Schlauchleitung zu verlegen, um die transportierbare Wassermenge zu verdoppeln. Die mehr als 60 Aktiven der Freiwilligen Feuerwehren, die heute im Einsatz waren, werden auch dann wieder ausrücken.

Füllen, spülen, desinfizieren, überprüfen

Bevor über den Bypass aber tatsächlich Wasser in die Hochbehälter fließen kann, müssen zunächst die montierten Schläuche gefüllt und gespült werden. Anschließend werden sie desinfiziert werden. Abschließend muss die Wasserqualität überprüft werden, um sicher zu gehen, dass sich keine krankmachenden Erreger im Wasser befinden. Die Analyse der Proben nimmt rund 20 Stunden in Anspruch. Somit kann der Bypass frühestens im Laufe des Sonntags in Betrieb genommen werden. Wie angekündigt wird es aber auch dann noch einige Tage dauern, bis die Wasserversorgung in Eichen, Krombach, Littfeld und Burgholdinghausen nach und nach wieder überall und verlässlich sichergestellt ist.

Neue Duschmöglichkeit in Krombachhalle

Bis dahin bleiben die vier Trink- und Brauchwasserzapfstellen bestehen. Diese befinden sich in den Gerätehäusern Krombach (Herrenwiese 6), Kreuztal (Leystraße 1), Eichen (Hagener Str. 142) und Littfeld (Grubenstraße 31). Wer dort Wasser holen möchte wird gebeten, eigene Gefäße bzw. Behältnisse mitzubringen.

Auch die Duschmöglichkeit in der Dreifachturnhalle in Kreuztal, Hessengarten 15, kann bis auf weiteres rund um die Uhr genutzt werden. Zusätzlich wurde eine weitere Duschmöglichkeit in der Krombachhalle (Herrenwiese 6) in Krombach geschaffen. Diese steht ab Samstag täglich von 6 bis 22 Uhr zur Verfügung.

Ab Montag wieder Schul- und Kitabetrieb

Den Wasserwerken der Stadt Kreuztal ist es zwischenzeitlich durch ein intelligentes Leitungsmanagement gelungen, gezielt einige wichtige Gebäude wie Arztpraxen, Altenheim und Tagespflegeeinrichtung sowie Schulen und Kitas wieder ans Netz anzuschließen. Deshalb kann ab Montag der reguläre Schul- und Kitabetrieb wieder aufgenommen werden. Grundsätzlich ist aber zu beachten: Sobald wieder Wasser aus dem Hahn kommt, gilt ein vorsorgliches Abkochgebot! Das bedeutet, dass das Wasser mindestens fünf Minuten lang sprudelnd kochen soll, bevor es für die Zubereitung von Nahrung verwendet wird. Dazu zählt auch das Abwaschen von Salat und Obst oder das Geschirrspülen und Zähneputzen, nicht jedoch Baden und Duschen.

Reparatur der Hauptwasserleitung

Der Wasserverband Siegen-Wittgenstein wird im Laufe der Nacht die Reparatur des neuen Lecks abschließen und die Leitung wieder unter Druck setzen. Am Samstag werden dann Erkenntnisse darüber vorliegen, ob die Reparatur erfolgreich war und ob auch keine weiteren Brüche aufgetreten sind.

Das Bürgertelefon in der Kreisleitstelle ist für Fragen auch am Wochenende rund um die Uhr unter 0271 333-1120 zu erreichen.

Hintergrund: Hytrans Fire System (HFS)

Bei dem HFS-System handelt es sich um ein hochleistungsfähiges Wasserfördersystem, bestehend aus einem Wechselladerfahrzeug (MB Arocs 4142) und High-Tech Ausrüstung (HydroSub 150 Pumpeneinheiten, Combi-Container 6500, HFS Schlaucheinziehgerät HRU 200, 2.000 m F-Druckschlauch, HFS Schlauchbegleit-Einzieheinrichtung sowie HFS-Armaturen).


 


 

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