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Feuerwehr verteilt erneut Infoflyer zur Wasserkrise

21.10.2018

Die aktuelle Episode der Kreuztaler „Wasserkrise“ nahm im Laufe des Sonntags ein glückliches Ende – glücklich im Rahmen des erneuten Pechs, dass der Wasserverband am Freitag ein weiteres Rohrleck an einer Wasserhauptleitung in Kredenbach entdeckt hatte. Der „Bypass 3“ hatte von ihr Wasser bezogen. Gleich neben dem Kredenbacher Hundeplatz in der Verlängerung der Straße „Zum Wüstenhof“, am Radweg Richtung Ferndorf gelegen, leistete der Wasserverband während des Wochenendes Schwerstarbeit, um eine neue und funktionierende Einspeisung für die Bypässe 3 und 4 herzustellen. Mit denen sollte ab Freitag, so der ursprüngliche Plan, die Wasserversorgung für die gewerblichen Betriebe des Littfetals – Eichen, Krombach, Littfeld und Burgholdinghausen – angefahren werden. Mit den Bypässen 1 und 2, die nach wie vor in Form von mehreren Kilometern Schlauchleitung in Betrieb sind, ist nach mehreren Lecks an einer Hauptwasserleitung im Bereich des Kredenbacher Klärwerks die Grundversorgung des Littfetals provisorisch gesichert.  Am Sonntagabend dann die erlösende Nachricht: Das aktuelle Leck ist behoben, ein defekter Wasserschieber am Hydranten ausgetauscht. Somit könne deren Versorgung der Gewerbebetriebe im Littfetal „ganz kurzfristig“ beginnen.

Irritationen in der Bevölkerung

„Ab wann muss das Wasser abgestellt werden?“ Die Frage, für die der ältere Herr am Samstagnachmittag extra im Kreuztaler Feuerwehrgerätehaus vorbeischaute, wurde in Kreuztal am Wochenende oft gestellt. Mit Michael Maag, dem technischen Leiter des Kreuztaler Wasserwerks, hatte er zufällig den perfekten Ansprechpartner vor sich, weil der gerade von einer Lagebesprechung nebenan kam: „Ich hoffe gar nicht“, so seine Antwort, und: „Wir geben alles – wie die letzten Wochen.“ Der städtische Mitarbeiter, dem die Kreuztaler Wasserkrise ein weiteres entspannungsfreies Wochenende kostete, hatte zuvor mit dem Wasserverband  durchgerechnet und vorbereitet, was sich in der Praxis im Laufe des Samstags als Testlauf bewährte: ein ausgeklügeltes „Umleitungsmanagement“, nämlich die zur Verfügung stehenden Leitungen und Wassermengen im Kreuztaler Netz so zu nutzen, dass trotz der aktuellen Reparaturarbeiten am „neuen“ Leck in Kredenbach kein Kreuztaler auf dem Trockenen sitzen musste. Dennoch hatte der „Arbeitskreis“ mit Verantwortlichen von Wasserverband, Wasserwerk, Kommune, Gesundheitsamt und Feuerwehr am Freitagabend beschlossen, über 7.000 Bewohnern des Heestals und von Teilen der Kernstadt Kreuztal per Flyer vorsichtshalber die Bevorratung von Trinkwasser zu empfehlen. Eine reine Präventivmaßnahme, wie die Verantwortlichen immer wieder betonten: Die Bevölkerung solle, so Kreispressesprecher Torsten Manges, die Möglichkeit haben, „sich für einen Fall vorzubereiten, von dem man hofft, dass er niemals eintritt“. Das konnte sie, nachdem die Feuerwehreinheiten Kreuztal, Fellinghausen und Osthelden am Samstagmorgen für drei Stunden ausgeschwärmt waren, um alle betroffenen Haushalte per Flugblätter für den Eventualfall vorzubereiten. Der wäre eingetreten, wenn es während der Reparaturarbeiten an der Hauptleitung in Kredenbach zu einem Druckabfall oder gar Versorgungsausfall gekommen wäre. Angesichts des Versorgungsengpasses bei vorangegangenen Leckagen – die SZ berichtete ausführlich  - wollten die Verantwortlichen nun auf Nummer sicher gehen: Die Empfehlung, sich sicherheitshalber Wasservorräte vor Reparaturbeginn anzulegen, sprachen sie aus, „da die Ereignisse von Anfang Oktober aber deutlich gemacht haben, dass es niemals eine 100-prozentige Sicherheit gibt“, so der Wortlaut im Flyer.

Die Badewanne des Löschzugführers

„Ich habe den Fragenden an der Haustür gesagt, dass ich mir selbst die Badewanne mit Wasser gefüllt habe“, verriet Kreuztals Löschzugführer Swen Schneider seine Art, den Fragen verunsicherter Kreuztaler zu begegnen. Der Fellinghäuser Feuerwehr-Einheitsführer Sven Julius berichtete, dass einige Bürger davon ausgegangen seien, in jedem Fall bereits jetzt das Hauptventil ihres Wasseranschlusses zudrehen zu sollen – auf dem Infoblatt der Stadt ist dies allerdings nur als Maßnahme nach einer Versorgungsunterbrechung beschrieben: „Manche machen sich Sorgen, wo es aber keinen Grund dafür gibt.“

Baustress in Kredenbach

Imposant derweil während des Wochenendes die Bau- und Installationsarbeiten „Zum Wüstenhof“ entlang des Radweges hinter dem Kredenbacher Friedhof: Dort legte der Wasserverband seit Freitag Sonderschichten ein, um die Versorgungsschläuche mit der Bezeichnung Bypass 3 und 4 an einer neuen Stelle einer Hauptleitung einzuspeisen. Die wiederum sind für die Versorgung der Hochbehälter „Rode Null“ und Kindelsberg zuständig. Spaziergänger und Radler hielten an, um einen Blick auf die mächtigen Armaturen zum Befüllen der nicht weniger eindrucksvollen F-Schläuche zu werfen: „Als die Leitung gelegt wurde, war ich so groß“, erklärt ein älterer Passant mit einer Geste, dass er zu damals noch ein Pimpf gewesen sei. Wenige Meter weiter in unmittelbarer Nähe zum Hundeplatz sickerte am Samstag noch ein Rinnsal aus dem Bereich des vermuteten Lecks im Erdreich talwärts. Erst am Sonntag begann der Wasserverband, das Erdreich über dem Leck komplett auszuheben – in der Hoffnung, dass die Schadensstelle klein und unkompliziert reparierbar sein würde. Nachdem sich dies zum Glück bewahrheitet hat, können die Kreuz- und Heestaler ihr bevorratetes Wasser sorglos aufbrauchen. Am Sonntag gab der Wasserverband zudem bekannt, dass kurzfristig ein fünfter Bypass gelegt werden soll, um die Wasserversorgung im Zuge der seit Anfang Oktober bestehenden Ausnahmesituation „weiter zu optimieren“.

Security weiter unterwegs

Nach wie vor unterwegs sind auch die Mitarbeiter eines Security-Unternehmens, um die vier im Ferndorftal verlegten Bypässe im Blick zu halten. Zu Spitzenzeiten habe ihr Laufpensum, so verrieten sie vor Ort, bis zu 30 Kilometer pro Schicht betragen. bjö

 


 

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