Aktuelles

Jahresdienstbesprechung Stadtfeuerwehr Kreuztal

23.02.2019

„Mit 308 Alarmierungen bzw. Hilfeersuchen haben wir nach meinem Wissensstand eine noch nie erreichte Zahl von Einsätzen abarbeiten müssen“, resümierte Kreuztals Feuerwehrchef Berthold Braun das Einsatzjahr 2018 der Kreuztaler Stadtfeuerwehr. „Ob diese Hilfeersuchen auch immer grundsätzlich einen Einsatz der Feuerwehr nach sich ziehen müssen, muss in manchen Fällen angezweifelt werden“, stellte er auf der Jahresdienstbesprechung der Stadtfeuerwehr Kreuztal am Samstagnachmittag im Kreuztaler Feuerwehrgerätehaus die Notwendigkeit von 168 technischen Hilfeleistungen im letzten Jahr in Frage; „vielleicht lässt sich das abgebrochene Ästchen, das auf dem Gehsteig liegt oder ein wenig in die Fahrbahn hineinragt, in Eigeninitiative wegräumen.“ Zur Einsatzstatistik mit Rekordergebnis gehörten im Jahr 2018 insgesamt 75 Brandeinsätze, darunter 62 Kleinbrände, zehn Mittel- und drei Großbrände. Neun klassische Fehlalarme, 43 Alarme durch Brandmeldeanlagen inklusive Heimrauchmelder, zwei böswillige Alarmierungen und elf sonstige Einsätze wie Sonderlagen oder Amtshilfe komplettieren die Einsatzbilanz. Vor allem ein Schuppenbrand in Littfeld als atemschutzintensiver Einsatz habe gezeigt, „wie dringend notwendig es ist, unsere Tageserreichbarkeit zu verbessern“, so der Wehrführer. Ein Arbeitskreis von Wehrführung und Verwaltung mache sich unter anderem Gedanken genau darum, wie die Verfügbarkeit von Einsatzkräften während der Hauptarbeitszeiten zu verbessern sei. Um die macht sich vor allem der Löschzug Kreuztal Sorgen: Kreuztals Löschzugführer Swen Schneider kam unter dem Punkt „Verschiedenes“ erneut auf die tagsüber oft recht dünne Personaldecke vor allem in der Innenstadt zu sprechen. Er forderte die Stadt auf, ihre Arbeitnehmer, die sowieso Mitglieder von Feuerwehren seien, für Einsätze der Kreuztaler Wehr während ihrer Arbeitszeiten verfügbar zu machen.

Wasserkrise war längster Einsatz überhaupt

Zufrieden blickt die Feuerwehr auf ihren bis dato wohl längsten Einsatz seit ihrem Bestehen zurück: Die Wasserkrise im Littfetal nach einem Bruch der Hauptwasserleitung im Oktober letzten Jahres in Kredenbach habe der Feuerwehr einen in Aufwand und Dauer „noch nicht dagewesenen Einsatz beschert“, so Berthold Braun in seinem Jahresbericht. Die Räder aller beteiligten Organisationen hätten zur Zufriedenheit der Bevölkerung ineinandergegriffen, der Einsatz sei „großartig“ verlaufen. Ins gleiche Horn blies diesbezüglich Elfrun Bernshausen, die als stellvertretende Bürgermeisterin Walter Kiß vertrat. Sie erinnerte, auf 2018 zurückblickend, zudem auf das „Erfolgsprojekt Kinderfeuerwehr“, womit sie auf die Gründung dreier weiterer Kinderfeuerwehreinheiten im Herbst letzten Jahres anspielte. In stadtweit nun vier Kinderfeuerwehren entwickeln derzeit 107 Mädchen und Jungen im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren ihre Begeisterung für die Feuerwehr.

Kreisbrandmeister fordert Umdenken

Kreisbrandmeister Bernd Schneider unterstrich die Wichtigkeit von Kinderfeuerwehren: Sie würden „der einzige Weg sein, wie wir unser Personal in der Feuerwehr sichern und hier und da ausbauen können“. Die Jugendfeuerwehr als Nachwuchsschmiede der Größeren „werden wir mittelfristig anders machen müssen“, prognostizierte Schneider: „Ich kann nur davor warnen, so das gleiche wie heute weiterzumachen“, äußerte er im Bezug auf veraltete Vermittlungsansätze: „Wir machen in weiten Teilen immer noch Frontalunterricht.“ Dem entgegen steht zumindest in Kreuztal die Tatsache, dass die nach wie vor zentral organisierte Jugendfeuerwehr mit 29 Mädchen und 66 Jungen so groß ist wie nie zuvor.

Neue Anforderungen im Brandschutzbedarfsplan

Im Hinblick auf die zukünftige Aufstellung des Brandschutzes in der zweitgrößten Stadt des Kreises verwies der Kreisbrandmeister auf veränderte Anforderungen an den Brandschutzbedarfsplan, der in Kreuztal im Laufe dieses Jahres fortgeschrieben werden muss. Im beschaulichen Junkernhees beispielsweise müsse die Feuerwehr laut gesetzlichen Vorgaben nicht mehr so schnell umfangreich verfügbar sein wie in der dicht besiedelten Fritz-Erler-Siedlung.

Frage nach zukünftiger Wehrführung

Hatte Kreuztals Wehrführer Berthold Braun die Jahresdienstbesprechung unter anderem auf einem Termin nach der Verabschiedung des städtischen Haushalts verschoben, um die nun positiv beschiedene Frage eines hauptamtlichen Gerätewarts für die Feuerwehr bereits beantwortet zu wissen, rankten sich um dieses Novum in der Stadtfeuerwehr auf der Jahresdienstbesprechung keine weiteren Fragen. Gunther Homrighausen indes sprach vielen Aktiven mit der Frage aus der Seele, wo, die Notwendigkeit eines womöglich hauptamtlichen Wehrführers betreffend, „die Reise in Zukunft hingeht“. Elfrun Bernshausen wollte dazu keine Auskunft geben - „das ist eine Personalangelegenheit“, antwortete sie; die Politik habe sich mit dieser Frage noch nicht befasst. Berthold Braun, der bis 2021 als Wehrführer im beruflichen Vorruhestand umfangreich zur Verfügung steht, aber einem Nachfolger Platz auch früher machen würde, verriet, dass im bereits erwähnten Arbeitskreis von Wehrführung und Verwaltung diese Frage zumindest schon einmal angesprochen worden sei.

Ernennungen und Ehrungen

Zu den Personalia der Dienstbesprechung gehörten zum einen Führungswechsel in den Einheiten: Frank Münch ließ sich als stv. Einheitsführer der Löschgruppe Kredenbach entlassen, Dominik Preis rückte nach. Peter Giebel tritt in der Löschgruppe Buschhütten die Nachfolge des stv. Einheitsführers Daniel Kassel an. Berthold Braun bestellte Jeannine Klappert und Fabian Knipp zu neuen Jugendfeuerwehrwarten und Marco Thomas zum Kinderfeuerwehrwart. Für zehnjährige Mitgliedschaft in der Feuerwehr zeichnete Bernd Schneider die Kameraden Justin Stein und Ann-Christin Meier aus. Ehrungen für 40 Jahre Mitgliedschaft übergab der Kreisbrandmeister an Gunther Homrighausen und Uwe Heide. bjö


 

Übersicht aller aktuellen Nachrichten